Präsentationen mit klarer Absicht erstellen

Bis jetzt hast du gelernt, was AI-Präsentationen können und warum. Jetzt ist es Zeit für aktives Experimentieren — Präsentationen mit einer klaren Absicht erschaffen. Du bist nicht mehr Beobachter. Du bist Regisseur.

Von Prompts zu Intent

Der Unterschied zwischen einer mittelmäßigen und einer großartigen AI-Präsentation liegt nicht im Tool. Es liegt in der Absicht (Intent).

Absicht heißt: Du weißt genau, was diese Präsentation erreichen soll. Nicht »eine Präsentation erzeugen«, sondern »mein Publikum von Zweifeln zu Überzeugung bringen« oder »ein komplexes Konzept in drei Schritten verständlich machen« oder »mein Startup so cool aussehen lassen, dass Investoren zuhören wollen«.

Wenn du diese Absicht hast, schreibst du einen anderen Prompt. Ein besserer Prompt. Ein Prompt, der die AI leitet.

Drei praktische Szenarien

Lass mich dir drei reale Szenarien zeigen, in denen die Absicht alles ändert.

Szenario 1: Das Projektvorstellung (Project Pitch)

Du möchtest deinem Team ein neues Projekt präsentieren — vielleicht eine interne Initiative, eine Produktidee, eine Reorganisation. Das Publikum ist dein Team. Sie sind skeptisch (Zeit ist kostbar). Sie sind praktisch (»wie hilft das mir?«). Sie sind intern (du kannst informell sein).

Eine schwache Prompt-Version: »Mach eine Präsentation über unser neues Projekt. Es spart Zeit und kostet nicht viel.«

Eine starke Prompt-Version mit Absicht: »Erstelle eine interne Präsentation (8-10 Folien) für unser Team über ein neues Projekt. Absicht: das Team soll Zweifel in Neugier wandeln. Zielgruppe: pragmatische Ingenieure und Manager (30-50, Tech-vertraut). Ton: nicht zu formal, ehrlich, humorvoll möglich. Start: Show the pain point (»das ist mir jedes Mal nervig«), dann unsere Lösung, dann konkrete nächste Schritte. Farben: modernes Grau/Grün (Vertrauen + Innovation). Layout: einfache Grafiken statt Text-Wänden.«

Siehst du den Unterschied? Die zweite Version sagt der AI nicht nur »was«, sondern »warum« und »wie es sich anfühlen soll«.

Szenario 2: Das Schulungsmaterial (Training Material)

Du unterrichtest etwas Komplexes (vielleicht AI-Konzepte, vielleicht ein neues Werkzeug, vielleicht Sicherheits-Praktiken). Das Publikum sind Anfänger. Sie sind erschöpft (zu viel Input). Sie wollen verstehen, nicht beeindruckt sein.

Eine schwache Prompt-Version: »Erstelle Schulungsfolien über dieses Konzept.«

Eine starke Prompt-Version mit Absicht: »Erstelle Schulungsfolien (12-15) über ein technisches Konzept für Anfänger ohne Hintergrund. Absicht: Verständnis, nicht Imponieren. Zielgruppe: Erwachsene (25-55), Schulungs-Kontext. Ton: freundlich, ermutigend, mit Beispielen aus dem realen Leben. Struktur: Start mit Analogie (nicht mit der Theorie), dann das Konzept Schritt für Schritt, jede Folie eine Idee. Farben: warm und zugänglich (Blau + Orange), viel Whitespace, große, lesbare Schriften. Keine komplizierten Diagramme — nur Skizzen und Icon-Erklärungen.«

Diese Absicht produziert eine ganz andere Präsentation.

Szenario 3: Der Kreativ-Pitch (Creative Pitch)

Du pitchst eine kreative Kampagne, ein Design-Projekt oder eine unkonventionelle Idee. Das Publikum sind Kreativ-Menschen (Künstler, Designer, innovative Führungskräfte). Sie sind kritisch (»zeig mir etwas Neues«). Sie mögen Überraschung.

Eine schwache Prompt-Version: »Mach eine Präsentation über meine kreative Idee.«

Eine starke Prompt-Version mit Absicht: »Erstelle eine Pitch-Präsentation (10-12 Folien) für eine kreative Kampagne. Absicht: Publikum soll sich inspiriert und enthusiastisch fühlen. Zielgruppe: Kreative, Designt-verdaut, Altersgruppe 28-50. Ton: experimentell, mutig, nicht konservativ. Struktur: Start nicht mit Intro — start mit der visuellen Idee (»was würde das Publikum sehen?«). Dann erkläre das warum. Farben: unerwartete Kombinationen (nicht die üblichen Profis-Blautöne), Bewegungsenergie. Nutze Kontraste, asymmetrische Layouts, mutige Typografie. Es sollte sich anfühlen wie eine Kunstinstallation, nicht wie ein Standard-Pitch.«

Mit dieser Absicht sieht deine Präsentation völlig anders aus.

Schwache vs. starke Prompts: Konkrete Paare

Lasse mich dir konkrete Beispiele von schwachen und starken Prompts zeigen, damit du siehst, wie die Absicht den Prompt ändert:

Beispiel 1: Datenschutz-Präsentation

Schwach: »Erstelle Folien über Datenschutz-Richtlinien.«

Stark: »Erstelle eine Datenschutz-Schulungspräsentation für Mitarbeiter (alle Altersgruppen, kein Tech-Wissen erforderlich). Absicht: Angst in Verständnis transformieren + praktisches Wissen geben. Das Publikum denkt »Datenschutz ist langweilig«. Mach es relevant. Tone: Freundlich, verständlich. Structure: Start mit einem Szenario (»deine Daten wurden gehackt — was jetzt?«), dann »wie vermeidest du das«, dann konkrete Schritt-für-Schritt-Anleitung. Farben: Ruhig und sicher (Grün, Blau), aber auch energisch, nicht angespannt (kein Rot). Icons zeigen Sicherheit, nicht Gefahr.«

Beispiel 2: Finanz-Präsentation für Investoren

Schwach: »Mach eine Präsentation über unsere Finanzprognosen.«

Stark: »Erstelle eine Pitch-Präsentation für Series-A-Investoren über unsere Finanzmodelle (10 Folien). Absicht: Investor-Confidence aufbauen (»das Team weiß, was es tut« + »es gibt einen klaren Weg zu Rentabilität«). Zielgruppe: venture-versierte Investoren (40-65, angel investors oder VCs). Tone: Selbstsicher, datengetrieben, transparent über Risiken. Struktur: Market Opportunity, warum wir (traction), Geschäftsmodell, Zahlen & Prognosen, Roadmap. Farben: Investoren-Standard (dunkelblau, grau, gold für Highlights). Layout: Minimalistisch, Data-focused, keine bunten Grafiken.«

Beispiel 3: Produkt-Launch für Kunden

Schwach: »Erstelle Präsentations-Folien für unseren neuen Produktlaunch.«

Stark: »Erstelle eine Produktlaunch-Webinar-Präsentation für Kunden (15-20 Folien). Absicht: Kunden sollen das Produkt wollen und verstehen, warum es ihr Leben besser macht. Zielgruppe: Mixed (kleine Unternehmer bis Manager bei größeren Firmen, Tech-versiert und nicht-Tech-versiert). Tone: Enthusiastisch, aber bodenständig, echte Beispiele. Struktur: Das alte Problem, wie wir es gelöst haben, Demo/Visuals des Produkts (wichtigste Folie!), echte Fallstudien, Preismodelle, Call to Action (Join). Farben: Modern und vertrauenswürdig (Grün für »Erfolg«, Dunkelblau für »Stabilität«). Visuals: Zeig das Produkt selbst viel — weniger Text, mehr Screenshots.«

Die Absicht-Checkliste: Fragen vor deinem Prompt

Bevor du einen Prompt schreibst, frag dich diese sieben Fragen:

  1. Was ist mein primäres Ziel? (Informieren? Überzeugen? Inspirieren? Bewegen zu Aktion?)
  2. Wer ist mein Publikum? (Alter, Expertise, Kontext, Stimmung?)
  3. Welche Emotion soll es am Ende fühlen? (Vertrauen? Aufregung? Dringlichkeit? Ruhe?)
  4. Was ist der Schmerz oder die Frage, mit der mein Publikum anfängt? (Die Präsentation sollte damit anfangen oder schnell dort ankommen.)
  5. Was ist meine wichtigste Botschaft — die eine Sache, die sie mitnehmen? (Alle anderen Folien unterstützen das.)
  6. Welche Gewichtung braucht es? (30% Problem, 50% Lösung, 20% nächste Schritte? Oder anders?)
  7. Wie soll es sich anfühlen? (Formal oder leger? Minimal oder reichhaltig? Überraschend oder beruhigend?)

Wenn du diese sieben Fragen beantwortbar kannst, schreib einen Prompt, der diese Absichten ausdrückt. Die AI wird verstehen.

Ein großartiger Prompt-Template

Hier ist ein Template, das für die meisten Szenarien funktioniert:

»Erstelle eine Präsentation mit [X Folien] über [Thema]. Absicht: [Was soll das Publikum danach denken/fühlen/tun?]. Zielgruppe: [Alter, Hintergrund, Kontext]. Tone: [Adjektive: formal/leger, energisch/ruhig, humorvoll/ernst, etc.]. Struktur: [Start mit X, dann Y, dann Z. Punkt A sollte 40% der Zeit sein, B 35%, C 25%]. Visuelle Richtung: [Welche Farben? Welche Gefühl? Minimal oder reichhaltig?]. Wichtigste Folie: [Die Folie, die am meisten Eindruck machen soll — beschreib sie detailliert].«

Mit diesem Template wirst du viel bessere Resultate bekommen.

Ein Gedanke zum Mitnehmen

Die beste AI-Präsentation ist nicht diejenige, die am schönsten aussieht. Es ist diejenige, die ihre Absicht erfüllt.

Eine schlichte Präsentation, die überzeigt, ist besser als eine bunte Präsentation, die verwirrt. Eine ruhige Schulungs-Präsentation, die verständlich macht, ist besser als eine energische Schulungs-Präsentation, die ablenkst.

Wenn du weißt, was du erreichen möchtest — und du sagst der AI — dann wirst du genau das bekommen.

Das ist keine Magie. Das ist Kommunikation.

Großartige AI-Präsentationen werden durch klare Absicht gebaut, nicht durch bessere Tools. Wenn du weißt, was dein Publikum denken/fühlen/tun soll — und du das dem Prompt sagst — wirst du eine Präsentation bekommen, die wirkt.

Wie AI Präsentationen erschafft