Wie gut ist AI wirklich im Coaching von Bewegung?
Du hast eine AI-generierte Routine gemacht. Jetzt nicht: Wow oder nicht. Jetzt analytisch. Was hat AI verstanden? Wo wurde es vage? Warum?
Das Training vom Buch gegen das Training vom Trainer
Stell dir vor: Du kaufst dir ein Fitnessbuch aus den 1990ern. Es hat Fotos und Beschreibungen von Übungen. Jetzt stellst du dir ein anderes Szenario vor: Du hast einen echten Personal Trainer, der dich beobachtet, deine Haltung korrigiert, dich anfeuert, sieht, wenn du ermüdet, und die Intensität anpasst.
Sind beide wertvoll? Ja. Sind sie dasselbe? Nein.
AI ist wie ein Trainerbuch, das unbegrenzt viele Seiten hat. Es hat tausende Trainings gelesen, tausende Fitness-Artikel analysiert, jeden Stil gesehen. Aber es hat nie einen echten Körper bewegt. Es hat nie gespürt, wie Ermüdung sich anfühlt. Es kann dich nicht sehen.
Was AI erstaunlich gut bei Bewegung kann
1. Variationen ohne Ende
"Gib mir 20 Morgen-Dehn-Routinen für unterschiedliche Energielevel." AI macht es in Sekunden. Ein Yogalehrer würde Wochen brauchen. AI hat keinen Körper, der müde wird. Keine Trainingsroutine, die sie langweilig findet. Sie kann endlos variieren.
Das ist die erste Stärke: Vielfalt und schnelle Anpassung.
Ein Trainer sagt: "Das ist mein Stil, das sind meine Top 10 Routinen." AI sagt: "Hier sind 50 Versionen, alle unterschiedlich." Beide sind wertvoll, aber anders.
2. Ermöglichung von Konzepten
Du magst kein klassisches Fitnesstraining. Du magst Tanz. Aber du denkst: "Ich kann nicht tanzen." AI kann dir eine Routine geben, die Tanzkonzepte nimmt und sie vereinfacht: "Hier ist eine 8-Schritt-Tanzsequenz für Nicht-Tänzer."
AI ermöglicht Menschen, Dinge zu erforschen, die sie sonst nicht würden. Das ist wertvoll.
Ein Marathonläufer könnte dir sagen: "Ich bin kein Tanzer." Aber AI sagt einfach: "Hier ist ein vereinfachter Tanztraining." Keine Vorurteile. Keine Geschichte.
3. Anpassung an Constraints
"Ich habe nur 5 Minuten. Ich bin im Büro. Ich habe Rückenschmerzen. Ich kann laut machen, aber nicht springen. Mein linkes Knie ist schwach."
AI kann alle diese Constraints einweben. Ein durchschnittlicher Trainer müsste improvisieren. AI hat unendlich viele Trainings gelesen und kann schnell kombinieren.
Wo es schwierig wird
1. AI kann dich nicht sehen
Das ist der größte Punkt. Ein Trainer sieht dich und denkt:
- Dein Rücken ist zu rund. Streck dich mehr.
- Dein Knie geht über deine Zehe. Gehe tiefer hin.
- Du wirkst müde. Wir machen eine Pause.
- Deine Haltung ist besser. Gut so!
AI schreibt: "Mach eine Kniebeuge." Aber sie sieht nicht, dass dein Knie nach innen dreht. Sie sieht nicht, dass du zu tief gehst. Sie sieht nicht, dass du Schmerzen hast.
Das ist nicht böse oder faul. Es ist einfach: AI hat keine Augen.
2. Form und Sicherheit
Eine falsche Form kann zu Verletzungen führen. Ein guter Trainer sieht das sofort. Ein Buch versucht es mit Fotos. AI versucht es mit Worten.
"Spanne deinen Kern an" — was bedeutet das für dich? Haben 10 Menschen diesen Befehl, machen 10 verschiedene Dinge. Ein Trainer zeigt es. Ein Video zeigt es. AI schreibt Worte.
In den meisten Fällen ist es okay. In manchen Fällen kann falsche Ausführung zu Problemen führen.
3. Echtzeit-Anpassung
Während du trainierst, merkst du: Das ist zu schwer. Mein Knie tut weh. Mein Rhythmus ist nicht richtig. Ein Trainer würde live anpassen. "Okay, wir machen eine leichtere Version." "Lass uns das Knie unterstützen."
AI kann nur vorausplanen. Sie schreibt: "Falls zu schwer, hier ist die einfachste Version." Aber sie sieht nicht, dass du gerade eine Version brauchst, die sie nicht geschrieben hat.
4. Propriozeption und Timing
Tanz und viele Sportarten brauchen Rhythmusgefühl, Timing, Körperbewusstsein (Propriozeption). Ein Video oder ein Trainer zeigen das mit deinem Körper. AI schreibt: "Auf den Beat springen."
Aber dein Beat-Verständnis ist anders. Du zählst anders. Ein Trainer würde Musik abspielen und dir den Rhythmus beibringen. AI schreibt Worte über Rhythmus, und du musst ihn dir selbst einprägen.
Der nützliche Vergleich
AI-Bewegungscoaching hat ein klares Profil:
Stark: Vielfalt, schnelle Anpassung an Wünsche, Überwindung von Konzept-Hemmnissen, Zuhören auf Constraints.
Schwach: Dich nicht sehen, Formkorrektur nur durch Worte möglich, keine Echtzeit-Anpassung, begrenzt bei rhythmischen/propriozeptiven Aspekten.
Das ist nicht besser oder schlechter. Das ist das Profil.
Die Implikation für dich
Du solltest AI für Bewegung nutzen, wenn:
- Du Ideen brauchst ("Gib mir 5 Morgen-Routinen")
- Du ein Konzept erforschen willst ("Ich habe Tanz nie gemacht, hilf mir anzufangen")
- Du bei klaren, groben Bewegungen bist ("Dehnübungen", "einfache Yoga-Poses")
- Du Variationen brauchst ("Immer die gleiche Routine ist mir langweilig")
Du solltest einen echten Trainer / Video / Klasse suchen, wenn:
- Du komplexe Bewegungen mit korrekter Form brauchst (Gewichtheben, fortgeschrittenes Yoga)
- Du mit Schmerzen oder Verletzungen trainierst (braucht professionelle Augen)
- Du Rhythmusgefühl brauchst (Tanz, Aerobic)
- Du live Feedback brauchst
Der Meta-Punkt
Das ist nicht "AI ist gut" oder "AI ist schlecht" beim Coaching von Bewegung. Das ist: "AI hat ein Profil. Es ist perfekt für manche Dinge, nicht geeignet für andere Dinge."
Du brauchst Klarheit über deine Situation. Dann kannst du entscheiden: Ist AI hier sinnvoll, oder brauche ich etwas anderes?
AI ist wie ein Trainerbuch mit unendlichen Seiten: stark bei Vielfalt und Anpassung an Wünsche, schwach bei der Sicht auf deine Form und Echtzeit-Feedback. Das Profil ist klar — deine Aufgabe ist, es zu nutzen.